Anlässlich des Lutherjahres 2017, in dem sich der Beginn der Reformation zum 500. Mal jährte, wurde der Diezer Fleischermeister Axel Großmann gefragt, ob er zu den Feierlichkeiten eine besondere Wurst beisteuern könne.
Großmann nahm die Herausforderung an. Sein Ziel war es, eine Spezialität zu entwickeln, die geschmacklich einen Bezug zur Reformationszeit hatte und dem Namen Luther gerecht wurde – statt lediglich mit einem besonderen Etikett zu werben.
Dazu recherchierte er, welche Techniken und Gewürze seinen Zunftgenossen im 16. Jahrhundert zur Verfügung standen. Zur Haltbarmachung dienten damals vor allem Salzen, Trocknen und Räuchern.
Bei der Würzung orientierte er sich an den seinerzeit gängigen Gewürzen Kümmel, Anis und Fenchel. Die ersten Versuche zeigten jedoch, dass diese Kombination für heutige Gaumen ziemlich gewöhnungsbedürftig war.
Schließlich erinnerte er sich daran, dass dank der Entdeckungsreisen von Christoph Kolumbus auch Chili in Europa Einzug gehalten hatte. Mit der würzigen Schärfe der Chilischote fand er schließlich die passende Rezeptur für seine Luther-Salami.
Die Spezialität erfreute sich während des Lutherjahres und bei weiteren Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum großer Beliebtheit. Auch an der Wursttheke fand sie reißenden Absatz und wurde weit über die Grenzen von Diez hinaus bekannt.
Heute gibt es die Lutherwurst als Salami und als Bratwurst. Nach historischem Vorbild entwickelt und an die Essgewohnheiten von heute angepasst, verbindet sie die Geschichte der Reformation mit einer besonderen regionalen Wurstspezialität.